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Unser Statement des AIDS-Hilfe-Vorstandes zum Anschlag in Dresden

Auch mehrere Wochen nach dem Mordanschlag auf ein schwules Paar in Dresden ist der Vorstand der AIDS-Hilfe Frankfurt (AHF) tief betroffen über das Schicksal der beiden Männer, von denen einer durch einen islamistischen Extremisten getötet, der andere schwer verletzt wurde. Enttäuscht zeigen sich die Vorstandsmitglieder gleichzeitig über den geringen Stellenwert, den Politik und Medien der homosexuellenfeindlichen Bluttat einräumten. Besonders kritisch blicken sie auf das Verschweigen des Tatzusammenhanges: Die Opfer waren Homosexuelle, die Berichten zufolge ihre Zuneigung in der Öffentlichkeit nicht versteckt hatten.

„Während in Frankreich und Österreich die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden, ein Staatspräsident am Sarg eines Lehrers trauert und sich die Medien in ihrer Berichterstattung überschlagen, wird beim tödlichen Anschlag auf ein schwules Paar in Deutschland auch Wochen nach der Tragödie noch immer ein Hehl um die sexuelle Orientierung der Opfer gemacht“, sagt Christian Setzepfandt, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Frankfurt. „Dabei ist sowohl der extremistische Hintergrund des Täters wie auch die Tatsache, dass die Opfer Schwule waren, wichtiges Kennzeichen für den Tathintergrund und die Einordnung als Hassverbrechen in der öffentlichen Debatte“, so Setzepfandt weiter. Als solches sei es von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung und verdiene eine umfassende Berichterstattung, so der AHF-Vorstand.

Seine Vorstandskollegin Jessica Purkhardt ergänzt: „Schon längst schaffen es die bunten Bilder der Menschen unserer Christopher-Street-Day-Demonstrationen auf die Titelseiten der Tageszeitungen und in die landesweiten Abendnachrichten. Die Verbrechen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Identität an ihnen begangen werden, dagegen nicht. Im ganzen Land kommt es regelmäßig zu homo- und trans*feindlichen Übergriffen und Gewalttaten. Die Berichterstattung darüber leisten aber im Wesentlichen allein die queeren Medien“, sagt Purkhardt. Lediglich in Berlin, wo Polizei, Staatsanwaltschaft und Medien besonders sensibilisiert seien, zeichne sich in der öffentlichen Darstellung ein einigermaßen realistisches Bild der tatsächlich stattfinden Anfeindungen gegenüber LGBTIQ+.

„Die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität von Opfern von Hassverbrechen zu verschweigen macht die nach wie vor bestehende Homo- und Trans*feindlichkeit unsichtbar und nimmt damit unserer gesamten Gesellschaft die Möglichkeit zu erfahren, welchen Gefahren und Sorgen eine Minderheit in ihrer Mitte ausgesetzt ist.

Hasskriminalität muss im öffentlichen Diskurs als Tatmotiv klar benannt und in den polizeilichen- und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen von Anfang an berücksichtigt werden“, erklären Jessica Purkhardt und Christian Setzepfandt vom Vorstand der AIDS-Hilfe Frankfurt abschließend.

– Der Vorstand der AIDS-Hilfe Frankfurt –

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