Lange lebe die Revolution - Meine Mai-Kolumne im GAB-Magazin

Revolution ist ein großes Wort für ein paar sehr kleine Zeichen. Denn meist ist die Revolution durch einen nachhaltigen, grundlegenden strukturellen Wandel in relativ kurzer Zeit gekennzeichnet. Ob die Einführung von Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt in die öffentliche Schreibweise dem gerecht werden wird oder bloße Symbolhandlung bleibt, wird sich zeigen. Die Lager in der öffentlichen Debatte um mehr Geschlechtervielfalt und -gerechtigkeit in der Sprache ähneln aber denen einer veritablen Revolte. Hier die gemäßigten Revolutionär*innen, die Veränderung fordern, weil es an der Zeit ist. Dort jene, die das bestehende Prinzip für gottgegeben und unumstößlich halten, vor allem aber davon profitieren. Darüber hinaus gibt es die Radikal-Revoluzzer*innen, die jeden als Feind*in betrachten, der oder die nicht die rigorosesten Ideen teilt. Ihnen gegenüber stehen die Konterrevolutionär*innen, die alle hassen, die etwas ändern wollen. Anders als bei ordentlichen historischen Umstürzen finden die Auseinandersetzungen leider nicht mittels mutig an Türen genagelter Streitschriften oder rhetorisch fulminanter Reden statt. Vielmehr beharken sich die Debattenteilnehmer*innen vor allem auf Twitter und Facebook, wobei offenkundig wird, dass viele von ihnen schon mit den bestehenden Buchstaben und Zeichen der deutschen Sprache heillos überfordert sind.

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