Mit dem Pferd zu Shakira

Die gestrige Etappe mit den steilen, abschüssigen Dschungelwegen war anstrengend. Wir haben nun die Hälfte der Strecke zurückgelegt und heute ist ein "Ruhetag" eingeplant. Am Morgen haben wir allerdings noch keine Ahnung, dass er einer der anstrengendsten der Reise werden wird.
Dabei werden nicht einmal Motorräder eine Rolle spielen. Nach dem Frühstück fahren wir mit zwei Taxis zum archäologischen Park von San Agustin. Dort haben Bauern über große Flächen verteilt bei ihren Feldarbeiten Grabanlagen gefunden, die von großen, furchteinflößenden Steinskulpturen bewacht werden. Sie stammen aus prä-kolumbianischer Zeit, wurden also errichtet noch bevor die Spanier Südamerika erreichten. Seit 6000 Jahren leben kleine Gruppen von Menschen bereits in der Region. Welchem Volk sie zuzuordnen sind und die genau Bedeutung der Skulpturen ist unbekannt. Es finden sich aber Gemeinsamkeiten zu anderen kultischen Figuren in indigenen Kulturen Mittel- und Südamerikas. Die Vogelfigur mit der Schlange im Schnabel entdecke ich beispielsweise als einen Grabwächter, sie findet sich aber auch in der Nationalflagge Mexikos wieder, die auf aztekische Mythen zurückgreift.
Einen steilen Aufstieg auf eine Bergkuppe mit weiteren Skulpturen unterbreche ich auf halbem Wege bei einem kleinen Lokal. Ich bin die Höhe nicht gewohnt und schnell außer Atem.

Coffee to go

Es hätte heute schneien müssen, damit dieser Motorradtag noch abwechslungsreicher hätte sein können. Er begann mit einem gemeinsamen Frühstück in unserem Hotel in Salento. Die anderen haben gestern Experimente mit Schnaps und anderen Longdrinks durchgeführt, weswegen heute noch nicht alle so taufrisch wie sonst sind. Trotzdem sind wir um 8 Uhr auf den Motorrädern und fahren steil bergan zu einem Aussichtspunkt. Dann geht es schon gleich weiter einen Feldweg hinab und hinauf, der abwechselnd mit groben Feldsteinen gepflastert ist oder an manchen Stellen auch sehr matschig und deswegen rutschig ist. Wir erreichen die Finca einer Kaffeeplantage und trinken dort standesgemäß zunächst erstmal einen Kaffee. Dann gehen wir mit einem Mitarbeiter der Finca, der Andres heißt und neben gutem Englisch und seiner Muttersprache Spanisch auch sehr verständliches Deutsch spricht auf die Pflanzung. Er erklärt uns ausführlicher als es sich manche unserer Gruppe wünschen, wie das Leben einer Kaffeepflanze im allgemeinen abläuft und wie aus der Frucht ein hochwertiges Lifestyle-Produkt wird.

Das Team ist komplett

Heute morgen gießt es in Cali wie aus Eimern. Das ist gut, denn so fühlt man sich nicht verpflichtet noch weiter die Stadt zu erkunden, sondern kann es sich im Zimmer gemütlich machen und die letzten Reisevorbereitungen treffen. Beim Frühstück am Morgen haben Sean und ich unseren Mireisenden Aaron getroffen. Er stammt eigentlich aus Kanada, hat aber lange Zeit in Mexiko gearbeitet und ist nun schon seit einem Monat in Kolumbien unterwegs.

Der Reisebuddy

Heute morgen gab es zum Frühstück Reis und Bohnen mit einem Spiegelei oben drauf. Ich habe es gerne gegessen, denn es lohnt sich,  sich frühzeitig daran zu gewöhnen, denn je mehr ich auf dieser Motorradreise in das Landesinnere vorstoße, umso öfter werde ich keine andere Wahl haben, als mich mit Reis und Bohnen und eventuell einem Spiegelei obendrauf zufrieden zu geben. Gestern habe ich schon am Flughafen Sean aus London getroffeb. Er wird ebenfalls mit auf dieser Tour durch Kolumbien sein und heute morgen hatten wir beim Frühstück das erste Mal die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie sich herausgestellte, ist er ein sehr angenehmer, humorvoller und kultivierter Zeitgenosse und wir haben sofort gemeinsam eine Wanderung in die Innenstadt von Cali unternommen.

Ein Tag wie ein Thrombosestrumpf

Es fällt mir nicht leicht, mich zu konzentrieren, während ich meine ersten Zeilen in das Reisetagebuch meiner Motorroadreise durch Kolumbien schreibe. Denn ich ich sitze auf dem Langstreckenflug von Frankfurt nach Miami unmittelbar hinter der berüchtigten "Babyreihe". Hinter der Abteilung für die Premium Economy können die Babybetten während des Fluges befestigt werden. Für Kleinkinder ist das an Bord eines Flugzeuges also definitiv der "place to be". Zwei habe ich vor mir und beide haben schon ihre Fähigkeiten zu lautstarken Lebensäußerungen unter Beweis gestellt. Außerdem bin ich recht müde, denn die beiden letzten Nächte waren belastet von den formalen Reisevorbereitungen. Zwar schrieben mir beide an den Flügen nach Kolumbien beteiligten Fluggesellschaften in den Tagen vor meinem Aufbruch fast täglich Emails mit Informationen zu den Einreisebestimmungen nach Kolumbien und die Transitbedingungen für die USA. Leider gab es aber nie einen Gesamtüberblick, so dass ich mir alles zusammensuchen musste und bis zum Check-in das beunruhigende Gefühl behielt, eventuell doch etwas vergessen haben zu können. Auch jetzt eine Stunde nach dem Start ist es noch nicht ganz verflogen. Immerhin hat die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca eine gute Seite verlinkt, die bei Flügen mit Aufenthalt an einem Transitflughafen alle Corona-Voraussetzungen und nötigen Einreisebedingungen für die gesamte Reise auflistet. 

Journal Frankfurt: "Weiter gegen Stigmatisierung ankämpfen"

"[...] Mit dabei sein werden unter anderem die beiden AHF-Vorstandsmitglieder Christian Setzepfandt und Jessica Purkhardt, Stadtrat Bastian Bergerhoff (Bündnis 90/Die Grünen), Virologe Martin Stürmer sowie die feministische Sexarbeiterin und Aktivistin Stephanie Klee.[...]"

Der ganze Artikel im Journal Frankfurt vom 30. November 2021

Was darf man eigentlich noch sagen? - Meine November Kolumne im GAB-Magazin

Wer darf eigentlich was noch sagen? Diese Frage geistert derzeit einmal mehr durch das winterliche Land und schon so manche*r gewerbsmäßige Meinungsbildner*in hat sich daran sehenden Auges die Finger verbrannt. Oft genug wird verwechselt, was man sagen kann, was man sagen darf und ob jeder etwas sagen soll – oder lieber nicht.
Der erste Teil ist einfach: Sagen kann man als Meinungsäußerung alles. Wer aber die Rechte anderer dadurch verletzt, darf das nicht. Ein Blick in die sogenannten sozialen Medien genügt, um zu erkennen, dass die meisten Menschen, die glauben, sie sollten zu einem Thema etwas beisteuern, ihre diesbezügliche Eignung überschätzen. Fakt ist: Die Mehrheit der Menschen kennt sich mit der Mehrheit der Themen sehr wenig aus.
Und noch ein Fakt: Die Mehrheit der Menschen kennt sich mit den Themen der Minderheiten unter den Menschen sehr wenig aus. Gute öffentliche Debatten, die die pluralistische Meinungs- und folgende Entscheidungsfindungen voranbringen, entstehen aber vor allem dann, wenn sie von Personen geführt werden, die außer einer Meinung noch substanzielle Sachverhalte, neue Informationen, spezielle Erfahrungen oder seltene Perspektiven beisteuern können. Solche Leute sollten viel öfter bei sich den Mut und bei den anderen das Gehör finden, um sich zu äußern. Alle anderen dürfen sich natürlich auch mitteilen – aber vielleicht nicht immer zuerst.

Die ganze Kolumne in der November-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesenweiterlesen

Im "Germanischen"

Eigentlich nur für ein dreitägiges Seminar angereist, hatte ich plötzlich unerwartet mehrere Stunden Zeit, die ich in der Nürnberger Altstadt verbringen konnte. Bei der Navigation meines kurzen Fußmarsches vom Hauptbahnhof zum Hotel per Google Maps war mir das Germanische Nationalmusuem in der Karte in unmittelbarer Umgebung angezeigt worden. Ein Name, der mir schon aus vielen anderen Museumsbesuchen geläufig war. "Das hier ist eine originalgetreue Replik. Das Original steht im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg", hieß es dort oft. Nun ergab sich also die überraschende Gelegenheit, "die Originale" zu sehen. An dem Tag, an dem erneut die Corona-Maßnahmen angezogen werden mussten, wies ich am Eingang mein Impfzertifikat vor und kaufte die Eintrittskarte für acht Euro. Den kostenlosen Plan des Museums ließ ich versehentlich an der Kasse liegen, holte ihn aber wieder ab und im Germanischen Nationalmuseum braucht man ihn wirklich.

MeinBezirk.at: "Babybekleidung nachhaltig, fair produzierte und fair gehandelt"

„Die eine, weil sie verstanden hat, dass sie nur mit biologischem Landbau ihre fruchtbaren Ackerböden an ihre Kinder weitergeben kann. Die andere, weil sie verstanden hat, dass es nicht egal ist, ob man Billig-Klamotten kauft, sondern dass auch sie mit ihrer Kaufentscheidung Verantwortung übernehmen kann und mittelbar Einfluss auf die Lebensrealität der Menschen in dem kleinen Bauerndorf in Myanmar nehmen kann“, kann man im Blogbericht von Mitarbeiterin Jessica Purkhardt zum Besuch in Myanmar lesen.

Der ganze Artikel in MeinBezirk.at vom 8. November 2021

Hört Spotify mit?

Wenn mir jemand gestern, während mein Handy auf dem Tisch liegt, erzählt, wie gut ihr das "Bochum"-Album von Grönemeyer damals gefallen hat und mir Spotify heute automatisch dieses Album vorschläg, obwohl ich vorher nur französischen Rap gehört habe; muss man dann fürchten, dass die heimlich lauschen oder gibt es tatsächlich eine inhaltliche Nähe?

Jessica-Purkhardt.de