Im Herbst 2018 formierte sich in Frankfurt die Koalition der Freien Szene, ein Zusammenschluss von bildenden und darstellenden Künstler*innen, Musiker*innen und anderen. Sie erklärten: „Wir wollen als starke, solidarische und interdisziplinare Kulturszene mit unseren künstlerischen Arbeiten und Diskursen eine Stadt der Freiraume und Kreativität jenseits des Mainstreams schaffen“
„Frankfurt soll Metropole der freien Szene werden, die nicht nur mit wenigen Leuchttürmen, sondern mit unzähligen Lichtern strahlt.“

Was sind ihre konkrete Ziele und was erwarten sie von der Frankfurter Kulturpolitik. Darüber werde ich bei KUNST KONTROVERS in der Evangelischen Akademie Frankfurt mit ihnen sprechen.

Kunst Kontrovers

„Wir begrüßen die Benennung des großen Saals im Saalbau Gallus in ‚Fritz-Bauer-Saal‘, dem Ort, in dem die Auschwitz-Prozesse 1964 fortgeführt wurden, nachdem der Plenarsaal der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung zu klein geworden war. Auf Initiative der GRÜNEN erinnert eine Gedenktafel dort seit 2013, an den Beginn des ersten Prozesses am 20. Dezember 1963“, erklärt Jessica Purkhardt, Fraktionsvorsitzende der Fraktion der GRÜNEN im Römer.

“Fritz Bauer initiierte als hessischer Generalstaatsanwalt den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963 - 1965). Er stellt einen wesentlichen Wendepunkt in der deutschen Rechtsgeschichte dar. In Frankfurt beginnt damit die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten und es gelingt ihm die Diskussion über die Gräueltaten in ein breites gesellschaftliches Umfeld zu stellen. Fritz Bauers Anliegen an den Auschwitz-Prozessen war die Aufklärung der deutschen Gesellschaft und damit verbunden eine längerfristige kulturelle und pädagogische Wirkung“, so Purkhardt.

Vom Magistrat wurden Fritz Bauers große Verdienste mehrfach gewürdigt. So gehört die Stadt Frankfurt neben dem Land Hessen und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. zu den Gründungsstiftern des Fritz Bauer Instituts. Auch das auf Initiative des Instituts und im Auftrag des Magistrats realisierte Denkmal der Künstlerin Tamara Grcic vor dem Oberlandesgericht an der Zeil zeigt die Anerkennung für die großen Verdienste des ehemaligen hessischen Oberstaatsanwalts.

„Wir GRÜNE haben es sehr unterstützt, dass dort auf diese Weise eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wirken Fritz Bauers stattfindet und nicht nur eine Gedenktafel angebracht wurde. Die Benennung des großen Saals der Saalbau Gallus in ‚Fritz-Bauer-Saal‘ ist nun ein weiterer Baustein der Hochachtung für das Wirken Fritz Bauers“, so Purkhardt abschließend.

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