Polen

  • jessica purkhardt illu„Panta rhei“ – „alles fließt“ ist einer der bekanntesten Lehrsätze des griechischen Philosophen Heraklit. Nicht zuletzt in Bezug auf die Zapfhähne und Cocktailshaker in den queeren Bars ist das derzeit zutreffend. Noch. Wer aber weiß, ob nicht demnächst doch wieder eine zweite Corona-Welle die vielen Partybilder von sich ungezwungen in den Armen liegenden Menschen aus meiner Instagram-Timeline schwemmt und für Monate wieder durch Lockdown-Selfies bei der Wohnzimmergymnastik ersetzt? Für viele Bereiche des Bar-, Klub- und Kleinkunstlebens, die kaum ein Wellental gespürt haben, wäre es der Untergang. Umso mutiger und bemerkenswerter ist, dass in der Frankfurter Szene Heraklits Sinnspruch des fortwährenden Formwechsels trotz Pandemie mit praktischer Bedeutung beladen wird. Denn hier vollzieht sich ein gelungener Generationenwechsel, bei dem Jung-Gastronom Max sowohl die Autographs Bar als auch die Blue Bar übernimmt. Erstere erhält wieder ihren Mädchennamen Tangerine, Letztere verschiebt er farblich ins wärmere Spektrum, sodass sie nun als Pink Bar reüssiert. Szene-Veteran Norbert weiß die über Jahre von ihm geführten Szene-Läden damit in guten Händen und eröffnete mir seine Übergabe-Entscheidung, wie es seine Art ist, leichthin mit einem Vers von Hermann Hesse: „Abschied nimmt die bunte Welt, / Die so lieb mir ward. / Hab ich auch das Ziel verfehlt, / Kühn war doch die Fahrt.“

    Die ganze Kolumne weiterlesen im GAB-Magazin

  • jessica purkhardt illu„Panta rhei“ – „alles fließt“ ist einer der bekanntesten Lehrsätze des griechischen Philosophen Heraklit. Nicht zuletzt in Bezug auf die Zapfhähne und Cocktailshaker in den queeren Bars ist das derzeit zutreffend. Noch. Wer aber weiß, ob nicht demnächst doch wieder eine zweite Corona-Welle die vielen Partybilder von sich ungezwungen in den Armen liegenden Menschen aus meiner Instagram-Timeline schwemmt und für Monate wieder durch Lockdown-Selfies bei der Wohnzimmergymnastik ersetzt? Für viele Bereiche des Bar-, Klub- und Kleinkunstlebens, die kaum ein Wellental gespürt haben, wäre es der Untergang. Umso mutiger und bemerkenswerter ist, dass in der Frankfurter Szene Heraklits Sinnspruch des fortwährenden Formwechsels trotz Pandemie mit praktischer Bedeutung beladen wird. Denn hier vollzieht sich ein gelungener Generationenwechsel, bei dem Jung-Gastronom Max sowohl die Autographs Bar als auch die Blue Bar übernimmt. Erstere erhält wieder ihren Mädchennamen Tangerine, Letztere verschiebt er farblich ins wärmere Spektrum, sodass sie nun als Pink Bar reüssiert. Szene-Veteran Norbert weiß die über Jahre von ihm geführten Szene-Läden damit in guten Händen und eröffnete mir seine Übergabe-Entscheidung, wie es seine Art ist, leichthin mit einem Vers von Hermann Hesse: „Abschied nimmt die bunte Welt, / Die so lieb mir ward. / Hab ich auch das Ziel verfehlt, / Kühn war doch die Fahrt.“

    Die ganze Kolumne weiterlesen im GAB-Magazin

  • Heute war ich an einem Ort, der ein Wendepunkt der Geschichte hätte werden können. Mit dem nach allem, was bis dahin schon geschehen war, noch millionenfach Leben geschont und Leid vermieden worden wäre.

    Gedenkplakette am Fundament der Reste der ehemaligen Lagebaracke

    Die Reste der Lagebarracke, in der die Bombe damals detonierte

    Die Situation in der Lagebaracke, kurz vor der der Detonation der Bombe. Im Vordergrund steht am Fuß des Tisches Stauffenbergs Aktentasche mit der Bombe
  • Die im ehemaligen Ost-Preußen gelegene polnische Region Masuren habe ich mir vor allem deswegen als Reiseziel ausgesucht, weil der Name sich so anhörte, als sei es sehr weit weg. Nachdem ich nun heute den 2000sten Kilometer auf einer beeindruckenden, urwüchsigen Route durch den masurischen Landschaftspark gefahren bin, kann ich sagen: Es ist weit weg.


    Den Weg hierher habe ich mir hart und feucht erkämpfen müssen.Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch viel unnötige Strecke gefahren bin, weil ich an meinem neuen Motorrad-Navi die „Adventurous Routing“-Funktion ausprobieren wollte. Die lenkt den Kurs über besonders kurvenreiche, bergige Streckenabschnitte, vermeidet dabei Autobahnen, verzichtet dabei aber auch auf die kürzeste oder schnellste Verbindung. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass das Sitzfleisch jeden Fahrtag um 50 Kilometer dünner wird. Ohne Pausentage tut einem bald schon nach 100 zurück gelegten Kilometern Rücken, Knie und Gesäß weh, während man nur Tage zuvor noch spielend über 400 Kilometer hinter sich gebracht hat. Dabei beginnen erst hier vor Ort die wirklich anspruchsvollen Strecken.
    Für eine Reise-Enduro habe ich mich entschieden, weil ich an mir eine unübersehbare Neigung festgestellt habe, auch abseits befestigter Straßen, auf Feldwegen und schlaglochübersäten Dorfstraßen fahren zu wollen. Dass ein 125er Roller zwar bequem zu manövrieren ist, auf der Holperpiste aber schnell zu scheppern anfängt, habe ich vor zwei Jahren auf meiner 4000-km-Tour durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Slowakei und Tschechien konstatieren müssen. Deshalb war schnell klar, dass nicht nur ein leistungsstärkeres Touren-Motorrad, sondern eine Reise-Enduro her musste. Mit dieser Gattung Motorrad ist es jedoch nicht selten so wie mit den SUVs bei Autos. Sie wird meist von Menschen gelenkt, denen der Gedanke an einen Ausflug in Terrain abseits des Asphalts fern liegt. Ich selbst war mir nicht sicher, ob und unter welchen Umständen meine Touren mich überhaupt auf schwierige Pfade lenken würden. Am vierten Tag der ersten Reise mit dem neuen Motorrad war es dann aber auch schon ungeplanterweise so weit. In den folgenden Tagen hat mich meine Tourengestaltung unwissentlich schon über einige Feld- und Waldwege, Schotterpisten und Wiesen geführt. Allein gestern fuhr ich mehrere Kilometer im Stehen, um die übelsten Schläge auf einer ziemlich ungehobelten Polen Navi unbefestigte Strae Motorrad GarminAsphaltdecke im masurischen Landschaftspark mit den Knien aufzufangen. Herausfordernd waren dort an jeweils der Ein- und Ausfahrt die Wildsperren. Auf etwa zwei oder drei Metern Länge ist die Straße durch querliegende, nur an den Enden auflagernde aber ansonsten freischwebenden Metallrohre unterbrochen. Fußgänger und Fahrzeuge laufen problemlos über sie hinweg. Für behufte Wildtiere sind sie aber ein Hindernis. Für Motorräder eigentlich nicht, vorausgesetzt, man überfährt die Rohre im rechten Winkel und mit ausreichend Geschwindigkeit, um nicht ins Straucheln zu kommen.
     Die Grenzen meiner eigenen Geländegängigkeit wurden mir dann auf einem sandigen Reitpfad aufgezeigt. Das Motorrad-Navi schlug eine längere nördlich um einen See herum verlaufende Strecke vor. Google Maps riet dagegen zu einer südlichen Variante, die um die Hälfte kürzer sein sollte. Das wiederum zu Rate gezogene Navigationsgerät wies diese südliche Route als „unbefestigte Straße“ aus. Ich stellte mir darunter zunächst eine einfach zu bewältigende Schotterpiste vor und entschied mich für die Abkürzung. Tatsächlich fuhr ich schon nach wenigen Minuten über trockenen, feinen Sand, der an den Rändern und in der Mitte aufgeworfen war. Nur die Spurrillen waren von überzeugender Festigkeit. Bei einigen Probeschlenkern in den tieferen Sand geriet das Vorderrad sofort ins Rutschen, das Krad war kaum noch abzufangen und nur mit schnellen Gasstößen konnte ich dem Schlingern entkommen. Das gelang dreimal. Beim vierten Mal aber nicht. Die GS rutsche nach links weg und kam auf der rechten Seite in den Brennnesseln am Wegrand zu liegen. Während das linke Bein einige empfindliche Wirkungstreffer von Fußraste und Ganghebel mitbekam, war das rechte unter der Maschine eingeklemmt und zunächst nicht darunter hervor zu bekommen. Nach Betätigen des Schalters für die Zündunterbrechung ging der Motor aus, ich nahm den Helm ab, schnaufte durch und besah die Blessuren am linken Bein, die ich als geringfügig einstufte. Auch das rechte Bein war, obwohl noch meines Motorrad Polen Fhre webBlickes durch das Motorrad entzogen, weitgehend schmerzfrei. Nachdem ich mich buchstäblich noch weiter in die Nesseln setzte, gelang es auch die Wade und Stiefel frei zu rangieren. Ich unternahm einige kraftvolle Anläufe, um mein gut 200 Kilo schweres Gefährt wieder aufzurichten. Mit dem Lenker noch oben, halb im Gebüsch und auf rutschigem Sandboden, blieb aber jeder meiner Versuche fern vom Gelingen. Erst ein Fußmarsch zu einem nahe gelegenen Reiterhof und die Unterstützung eines Stallgehilfen brachte mein Bike wieder in die Senkrechte. Wie auf rohen Eiern fuhr ich dann die restlichen fünfhundert Meter Reitpfad. Rückblicken hätte es hier sicherlich einer geländegängigen Stollenbereifung bedurft, um auf einem solchen Untergrund mehr Halt und Sicherheit zu erlangen.

    Auch wenn die letztgenannte Begebenheit nicht zu den schönsten und erst recht nicht zu den schmerzfreisten gehört, ist es mir mit dieser Jungfernfahrt doch gleich auf Anhieb gelungen, das Leistungsportfolio meines neuen Reisegefährtes kennen zu lernen.
    Es ist wohl wie mit Menschen, deren Stärken und Schwächen auch erst nach längerer gemeinsamer Zeit oder in Ausnahmesituationen zu Tage treten.
    Nun, da das geklärt ist liegen vor uns eine einträchtige gemeinsame Zeit und einige Tausend erlebnisreiche Kilometer.

  • Die im ehemaligen Ost-Preußen gelegene polnische Region Masuren habe ich mir vor allem deswegen als Reiseziel ausgesucht, weil der Name sich so anhörte, als sei es sehr weit weg. Nachdem ich nun heute den 2000sten Kilometer auf einer beeindruckenden, urwüchsigen Route durch den masurischen Landschaftspark gefahren bin, kann ich sagen: Es ist weit weg.


    Den Weg hierher habe ich mir hart und feucht erkämpfen müssen.Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch viel unnötige Strecke gefahren bin, weil ich an meinem neuen Motorrad-Navi die „Adventurous Routing“-Funktion ausprobieren wollte. Die lenkt den Kurs über besonders kurvenreiche, bergige Streckenabschnitte, vermeidet dabei Autobahnen, verzichtet dabei aber auch auf die kürzeste oder schnellste Verbindung. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass das Sitzfleisch jeden Fahrtag um 50 Kilometer dünner wird. Ohne Pausentage tut einem bald schon nach 100 zurück gelegten Kilometern Rücken, Knie und Gesäß weh, während man nur Tage zuvor noch spielend über 400 Kilometer hinter sich gebracht hat. Dabei beginnen erst hier vor Ort die wirklich anspruchsvollen Strecken.
    Für eine Reise-Enduro habe ich mich entschieden, weil ich an mir eine unübersehbare Neigung festgestellt habe, auch abseits befestigter Straßen, auf Feldwegen und schlaglochübersäten Dorfstraßen fahren zu wollen. Dass ein 125er Roller zwar bequem zu manövrieren ist, auf der Holperpiste aber schnell zu scheppern anfängt, habe ich vor zwei Jahren auf meiner 4000-km-Tour durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Slowakei und Tschechien konstatieren müssen. Deshalb war schnell klar, dass nicht nur ein leistungsstärkeres Touren-Motorrad, sondern eine Reise-Enduro her musste. Mit dieser Gattung Motorrad ist es jedoch nicht selten so wie mit den SUVs bei Autos. Sie wird meist von Menschen gelenkt, denen der Gedanke an einen Ausflug in Terrain abseits des Asphalts fern liegt. Ich selbst war mir nicht sicher, ob und unter welchen Umständen meine Touren mich überhaupt auf schwierige Pfade lenken würden. Am vierten Tag der ersten Reise mit dem neuen Motorrad war es dann aber auch schon ungeplanterweise so weit. In den folgenden Tagen hat mich meine Tourengestaltung unwissentlich schon über einige Feld- und Waldwege, Schotterpisten und Wiesen geführt. Allein gestern fuhr ich mehrere Kilometer im Stehen, um die übelsten Schläge auf einer ziemlich ungehobelten Polen Navi unbefestigte Strae Motorrad GarminAsphaltdecke im masurischen Landschaftspark mit den Knien aufzufangen. Herausfordernd waren dort an jeweils der Ein- und Ausfahrt die Wildsperren. Auf etwa zwei oder drei Metern Länge ist die Straße durch querliegende, nur an den Enden auflagernde aber ansonsten freischwebenden Metallrohre unterbrochen. Fußgänger und Fahrzeuge laufen problemlos über sie hinweg. Für behufte Wildtiere sind sie aber ein Hindernis. Für Motorräder eigentlich nicht, vorausgesetzt, man überfährt die Rohre im rechten Winkel und mit ausreichend Geschwindigkeit, um nicht ins Straucheln zu kommen.
     Die Grenzen meiner eigenen Geländegängigkeit wurden mir dann auf einem sandigen Reitpfad aufgezeigt. Das Motorrad-Navi schlug eine längere nördlich um einen See herum verlaufende Strecke vor. Google Maps riet dagegen zu einer südlichen Variante, die um die Hälfte kürzer sein sollte. Das wiederum zu Rate gezogene Navigationsgerät wies diese südliche Route als „unbefestigte Straße“ aus. Ich stellte mir darunter zunächst eine einfach zu bewältigende Schotterpiste vor und entschied mich für die Abkürzung. Tatsächlich fuhr ich schon nach wenigen Minuten über trockenen, feinen Sand, der an den Rändern und in der Mitte aufgeworfen war. Nur die Spurrillen waren von überzeugender Festigkeit. Bei einigen Probeschlenkern in den tieferen Sand geriet das Vorderrad sofort ins Rutschen, das Krad war kaum noch abzufangen und nur mit schnellen Gasstößen konnte ich dem Schlingern entkommen. Das gelang dreimal. Beim vierten Mal aber nicht. Die GS rutsche nach links weg und kam auf der rechten Seite in den Brennnesseln am Wegrand zu liegen. Während das linke Bein einige empfindliche Wirkungstreffer von Fußraste und Ganghebel mitbekam, war das rechte unter der Maschine eingeklemmt und zunächst nicht darunter hervor zu bekommen. Nach Betätigen des Schalters für die Zündunterbrechung ging der Motor aus, ich nahm den Helm ab, schnaufte durch und besah die Blessuren am linken Bein, die ich als geringfügig einstufte. Auch das rechte Bein war, obwohl noch meines Motorrad Polen Fhre webBlickes durch das Motorrad entzogen, weitgehend schmerzfrei. Nachdem ich mich buchstäblich noch weiter in die Nesseln setzte, gelang es auch die Wade und Stiefel frei zu rangieren. Ich unternahm einige kraftvolle Anläufe, um mein gut 200 Kilo schweres Gefährt wieder aufzurichten. Mit dem Lenker noch oben, halb im Gebüsch und auf rutschigem Sandboden, blieb aber jeder meiner Versuche fern vom Gelingen. Erst ein Fußmarsch zu einem nahe gelegenen Reiterhof und die Unterstützung eines Stallgehilfen brachte mein Bike wieder in die Senkrechte. Wie auf rohen Eiern fuhr ich dann die restlichen fünfhundert Meter Reitpfad. Rückblicken hätte es hier sicherlich einer geländegängigen Stollenbereifung bedurft, um auf einem solchen Untergrund mehr Halt und Sicherheit zu erlangen.

    Auch wenn die letztgenannte Begebenheit nicht zu den schönsten und erst recht nicht zu den schmerzfreisten gehört, ist es mir mit dieser Jungfernfahrt doch gleich auf Anhieb gelungen, das Leistungsportfolio meines neuen Reisegefährtes kennen zu lernen.
    Es ist wohl wie mit Menschen, deren Stärken und Schwächen auch erst nach längerer gemeinsamer Zeit oder in Ausnahmesituationen zu Tage treten.
    Nun, da das geklärt ist liegen vor uns eine einträchtige gemeinsame Zeit und einige Tausend erlebnisreiche Kilometer.

  • Die im ehemaligen Ost-Preußen gelegene polnische Region Masuren habe ich mir vor allem deswegen als Reiseziel ausgesucht, weil der Name sich so anhörte, als sei es sehr weit weg. Nachdem ich nun heute den 2000sten Kilometer auf einer beeindruckenden, urwüchsigen Route durch den masurischen Landschaftspark gefahren bin, kann ich sagen: Es ist weit weg.

  • Derzeit bin ich im umgebauten Stall eines Gutshauses untergebracht. Dort beben allabendlich die betagten Balken, wenn ich mit dem ausliegenden Corona-Hygienekonzept bewaffnet die Wände hochspringe und nach Stechmücken schlage. Meine Trefferquote ist gut, denn in der masurischen Seenlandschaft sind sie taubengroß.

    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft

     

  • Gibt's bei uns im Media Markt eigentlich auch ein ganzes Regal mit Fleischwölfen? Hier in Polen schon. Neben dem mit den Wurstschneidemaschinen.

    Fleischwolf web

  • Gibt's bei uns im Media Markt eigentlich auch ein ganzes Regal mit Fleischwölfen? Hier in Polen schon. Neben dem mit den Wurstschneidemaschinen.

    Fleischwolf web

  • Ewig hat die Zulassung für mein neues Motorrad (BMW F800 GS) gedauert. Erst kurz vor meinem geplanten Reisebeginn kam dann doch noch der erlösende Anruf meines Händlers, dass die Frankfurter Zulassungsbehörde nach einem Monat endlich ihres Amtes gewaltet hat. Am nächsten Tag dann noch schnell die Versicherung abgeschlossen und am Tag darauf ging es los Richtung Osten. Ziel dieser Sommereise im Corona-Jahr 2020 sind die polnischen Masuren im ehemaligen Ostpreußen. Die Fahrt führte mich bislang durch den Spessart, den Frankenwald in das sächsische Polen2020 Geradeaus webErzgebirge. Weil ich mich völlig auf ihren Nebenstrecken verbummelt hatte, ging die Fahrt bis in die dunklen Abendstunden. Die letzten zwei Stunden waren dabei dann auch noch richtig miserabel. Übernachten wollte ich im teschechischen Teil des Erzgebirges in einem Waldgasthof kurz hinter der Grenze. Den erreichte ich aber erst weit nach Anbruch der Dunkelheit. Zuvor hate mich die Fahrt in strömendem Regen über eine kruvige Straße durch dunklen Wald geführt. Teilweise fuhr ich in den Wolken oder durch aufsteigende Neblschwaden. Führ das Anlegen der Regenkombi war es längst zu spät. Motorradjacke und Hose haben standgehalten, die Handschuhe waren durchgeweicht und haben ihre schwarze Farbe großzügig an meine Hände abgegeben. Trotz der besten Ausrüstung: Jedem der einen Kopf hat, läuft irgendwann auch mal das Wasser in den Kragen.

    Am nächsten Tag wollte ich aus meinen Fehlern lernen und nach längerem Missbrauch des Badezimmerföns, um Handschuhen, Halstuch und Socken wenigstens einen Teil der Feuchtigkeit auszutreiben, zwängte ich mich in den geliehenen Motorrad-Regenoverall. Der ist aus Gummi und schützt nicht nur vor Feuchtigkeit sondern auch vor dem Wind, der mich mit meinen klammen Kamlotten schnell ausgekühlt hätte.

    "Montag Ruhetag"

    Eine deutsche gastronomische Unsitte ist der Rugetag am Montag. Nicht, das ich nicht den fleißigen Gaststättenbetreibern einen freien Tag pro Woche gönnen würde. Nur halt nicht allen gleichzeitig am Montag. In strukturschwachen, grenznahen Regionen wie dem Fichtel- und Erzgebirge kann das nämlich schnell bedeuten, ohne Abendessen ins Bett zu müssen. In einem Lausitzstädtchen bekam ich dann doch noch ein "Rostbrätl", das so durchwachsen war, wie das Wetter. Der mittägliche Tankstopp wäre die ideale Gelegenheit gewesen, die wasserdichte Regenkombi anzulegen, statt zu hoffen, dass es nur bei ein paar Tropfen bleiben werde. Das tut es nämlich nie. Und während der Gummi-Overalle hinten im Top-Case wohlig warm und trocken in seiner Baumwolltasche ruhte, fuhr ich in der Gischt der vorausfahrenden Lastwagen in prasselndem Regen 150 Kilometer auf der Autobahn und zahlte für dieses Vergnügen auch noch Maut.

    Polen2020 Regenkombi webNatürlich regnete es auch auf der einsamen Landstraße auf der ich alleine solange geradeaus gefahren bin, dass ich stundenlang nicht mehr die Stimme von der Frau im Navi zu hören bekam und befürchtete, mein Fluchen hätte sie beleidigt. Auf dieser endlos langen, geradlinigen Waldstraße konnte man  nichts anderes tun als geradeaus zu fahren. Der Versuch kurzzeitig anzuhalten, endete mit Flucht. Schon beim Absteigen vom Motorrad hatte ich die Schwärme von Mücken gesehen, die offensichtlich harmlos waren, weil sie sich anscheinend nicht für mich interessierten. Das war eine Minute bevor sie mich und das Motorrad bedeckten und sich derart in uns beide verbissen, dass mir beim Tippen dieser Zeilen immer noch die Hände von den Stichen jucken. Während ich das Helmvisier nach dem ersten Stich in die schnell zuschlagen konnte, ließen sich die klatschnasse Lederhandschuhe nur schwer überstreifen und das Dilemma war mit der einen Hand den Handschuh überstreifen oder die Mücken wegschlagen, die zum Stich in die unbehandschuhte Hand angesetzt hatten.

    Zuhause in der Regenkombi

    Am Morgen des dritten Tages wachte ich nach gerechtem Schlaf in einem Hotelzimmer im zentralpolnischen Posen auf. Der Blick aus dem Fenster zeigte Wolken und die Wetter-App Regenwahscheinlichkeit von 33 Prozent. Der Widerwille mich heute in die Regenkombi zu zwängen überwog erneut. Irgendetwas musste ich aber unten aus einem der Motorrad-Koffer holen und wurde dort von Regentropfen begrüßt, so dass von ihnen ein großer Teil meiner Argumentationskette gegen die Regenschutzkleidung aufgelöst wurde. In voller wasser- un ddamit beinahe auch luftdichter Montur und Helm auf dem Kopf die Koffer zu schleppen, aufs Motorrad zu wuchten und jenes herumzurangieren ist überhaupt kein Spaß.

    Die folgenden Stunden zeigten aber, wie wertvoll die Entscheidung für die das himmelfarbene Gummizeug. Irgendwann ist es dann sogar eine interessante Erfahrung, durch den strömenden Regen zu peitschen und bis auf eine feuchte am Hals komplett warm und trocken zu bleiben.
    Als es zum Mittag aufklarte packte ich das Regenzeug ordentlich weg. Als dann gegen Nachmittag und nur 60 Kilometer vor meinem Ziel bedrohliche, dunkelblaue vor mir am Himmel standen, war ich so übereifrig, dass ich auf freier Strecke hielt, um mich erneut in die wasserdichte Kluft zu hüllen. Es regnete dann aber nicht einen Tropfen. Währned ich nun am westlichen Weichselufer sitzend diese Zeilen tippe, gewinnt die Sonne die Überhand und auch der Wetterbericht verheißt zwei, drei sonnige heiße Augusttage, die ich in Pommern mit Streifzügen zur Ostsee und Erkundung der Ordenritterfeste in Marienburg (Malbork) verbringen werde.

  • Heute war ich an einem Ort, der ein Wendepunkt der Geschichte hätte werden können. Mit dem nach allem, was bis dahin schon geschehen war, noch millionenfach Leben geschont und Leid vermieden worden wäre.

    Gedenkplakette am Fundament der Reste der ehemaligen Lagebaracke

    Die Reste der Lagebarracke, in der die Bombe damals detonierte

    Die Situation in der Lagebaracke, kurz vor der der Detonation der Bombe. Im Vordergrund steht am Fuß des Tisches Stauffenbergs Aktentasche mit der Bombe
  • Heute war ich an einem Ort, der ein Wendepunkt der Geschichte hätte werden können. Mit dem nach allem, was bis dahin schon geschehen war, noch millionenfach Leben geschont und Leid vermieden worden wäre.

    Gedenkplakette am Fundament der Reste der ehemaligen Lagebaracke

    Die Reste der Lagebarracke, in der die Bombe damals detonierte

    Die Situation in der Lagebaracke, kurz vor der der Detonation der Bombe. Im Vordergrund steht am Fuß des Tisches Stauffenbergs Aktentasche mit der Bombe
  • Derzeit bin ich im umgebauten Stall eines Gutshauses untergebracht. Dort beben allabendlich die betagten Balken, wenn ich mit dem ausliegenden Corona-Hygienekonzept bewaffnet die Wände hochspringe und nach Stechmücken schlage. Meine Trefferquote ist gut, denn in der masurischen Seenlandschaft sind sie taubengroß.

    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
  • Derzeit bin ich im umgebauten Stall eines Gutshauses untergebracht. Dort beben allabendlich die betagten Balken, wenn ich mit dem ausliegenden Corona-Hygienekonzept bewaffnet die Wände hochspringe und nach Stechmücken schlage. Meine Trefferquote ist gut, denn in der masurischen Seenlandschaft sind sie taubengroß.

    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
    Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
  • Gibt's bei uns im Media Markt eigentlich auch ein ganzes Regal mit Fleischwölfen? Hier in Polen schon. Neben dem mit den Wurstschneidemaschinen.

    Fleischwolf web

  • Polen2020 Geradeaus webEwig hat die Zulassung für mein neues Motorrad (BMW F800 GS) gedauert. Erst kurz vor meinem geplanten Reisebeginn kam dann doch noch der erlösende Anruf meines Händlers, dass die Frankfurter Zulassungsbehörde nach einem Monat endlich ihres Amtes gewaltet hat. Am nächsten Tag dann noch schnell die Versicherung abgeschlossen und am Tag darauf ging es los Richtung Osten. Ziel dieser Sommereise im Corona-Jahr 2020 sind die polnischen Masuren im ehemaligen Ostpreußen. Die Fahrt führte mich bislang durch den Spessart, den Frankenwald in das sächsische Erzgebirge. Weil ich mich völlig auf ihren Nebenstrecken verbummelt hatte, ging die Fahrt bis in die dunklen Abendstunden. Die letzten zwei Stunden waren dabei dann auch noch richtig miserabel. Übernachten wollte ich im teschechischen Teil des Erzgebirges in einem Waldgasthof kurz hinter der Grenze. Den erreichte ich aber erst weit nach Anbruch der Dunkelheit. Zuvor hate mich die Fahrt in strömendem Regen über eine kruvige Straße durch dunklen Wald geführt. Teilweise fuhr ich in den Wolken oder durch aufsteigende Neblschwaden. Führ das Anlegen der Regenkombi war es längst zu spät. Motorradjacke und Hose haben standgehalten, die Handschuhe waren durchgeweicht und haben ihre schwarze Farbe großzügig an meine Hände abgegeben. Trotz der besten Ausrüstung: Jedem der einen Kopf hat, läuft irgendwann auch mal das Wasser in den Kragen.

  • Ewig hat die Zulassung für mein neues Motorrad (BMW F800 GS) gedauert. Erst kurz vor meinem geplanten Reisebeginn kam dann doch noch der erlösende Anruf meines Händlers, dass die Frankfurter Zulassungsbehörde nach einem Monat endlich ihres Amtes gewaltet hat. Am nächsten Tag dann noch schnell die Versicherung abgeschlossen und am Tag darauf ging es los Richtung Osten. Ziel dieser Sommereise im Corona-Jahr 2020 sind die polnischen Masuren im ehemaligen Ostpreußen. Die Fahrt führte mich bislang durch den Spessart, den Frankenwald in das sächsische Polen2020 Geradeaus webErzgebirge. Weil ich mich völlig auf ihren Nebenstrecken verbummelt hatte, ging die Fahrt bis in die dunklen Abendstunden. Die letzten zwei Stunden waren dabei dann auch noch richtig miserabel. Übernachten wollte ich im teschechischen Teil des Erzgebirges in einem Waldgasthof kurz hinter der Grenze. Den erreichte ich aber erst weit nach Anbruch der Dunkelheit. Zuvor hate mich die Fahrt in strömendem Regen über eine kruvige Straße durch dunklen Wald geführt. Teilweise fuhr ich in den Wolken oder durch aufsteigende Neblschwaden. Führ das Anlegen der Regenkombi war es längst zu spät. Motorradjacke und Hose haben standgehalten, die Handschuhe waren durchgeweicht und haben ihre schwarze Farbe großzügig an meine Hände abgegeben. Trotz der besten Ausrüstung: Jedem der einen Kopf hat, läuft irgendwann auch mal das Wasser in den Kragen.

    Am nächsten Tag wollte ich aus meinen Fehlern lernen und nach längerem Missbrauch des Badezimmerföns, um Handschuhen, Halstuch und Socken wenigstens einen Teil der Feuchtigkeit auszutreiben, zwängte ich mich in den geliehenen Motorrad-Regenoverall. Der ist aus Gummi und schützt nicht nur vor Feuchtigkeit sondern auch vor dem Wind, der mich mit meinen klammen Kamlotten schnell ausgekühlt hätte.

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    Eine deutsche gastronomische Unsitte ist der Rugetag am Montag. Nicht, das ich nicht den fleißigen Gaststättenbetreibern einen freien Tag pro Woche gönnen würde. Nur halt nicht allen gleichzeitig am Montag. In strukturschwachen, grenznahen Regionen wie dem Fichtel- und Erzgebirge kann das nämlich schnell bedeuten, ohne Abendessen ins Bett zu müssen. In einem Lausitzstädtchen bekam ich dann doch noch ein "Rostbrätl", das so durchwachsen war, wie das Wetter. Der mittägliche Tankstopp wäre die ideale Gelegenheit gewesen, die wasserdichte Regenkombi anzulegen, statt zu hoffen, dass es nur bei ein paar Tropfen bleiben werde. Das tut es nämlich nie. Und während der Gummi-Overalle hinten im Top-Case wohlig warm und trocken in seiner Baumwolltasche ruhte, fuhr ich in der Gischt der vorausfahrenden Lastwagen in prasselndem Regen 150 Kilometer auf der Autobahn und zahlte für dieses Vergnügen auch noch Maut.

    Polen2020 Regenkombi webNatürlich regnete es auch auf der einsamen Landstraße auf der ich alleine solange geradeaus gefahren bin, dass ich stundenlang nicht mehr die Stimme von der Frau im Navi zu hören bekam und befürchtete, mein Fluchen hätte sie beleidigt. Auf dieser endlos langen, geradlinigen Waldstraße konnte man  nichts anderes tun als geradeaus zu fahren. Der Versuch kurzzeitig anzuhalten, endete mit Flucht. Schon beim Absteigen vom Motorrad hatte ich die Schwärme von Mücken gesehen, die offensichtlich harmlos waren, weil sie sich anscheinend nicht für mich interessierten. Das war eine Minute bevor sie mich und das Motorrad bedeckten und sich derart in uns beide verbissen, dass mir beim Tippen dieser Zeilen immer noch die Hände von den Stichen jucken. Während ich das Helmvisier nach dem ersten Stich in die schnell zuschlagen konnte, ließen sich die klatschnasse Lederhandschuhe nur schwer überstreifen und das Dilemma war mit der einen Hand den Handschuh überstreifen oder die Mücken wegschlagen, die zum Stich in die unbehandschuhte Hand angesetzt hatten.

    Zuhause in der Regenkombi

    Am Morgen des dritten Tages wachte ich nach gerechtem Schlaf in einem Hotelzimmer im zentralpolnischen Posen auf. Der Blick aus dem Fenster zeigte Wolken und die Wetter-App Regenwahscheinlichkeit von 33 Prozent. Der Widerwille mich heute in die Regenkombi zu zwängen überwog erneut. Irgendetwas musste ich aber unten aus einem der Motorrad-Koffer holen und wurde dort von Regentropfen begrüßt, so dass von ihnen ein großer Teil meiner Argumentationskette gegen die Regenschutzkleidung aufgelöst wurde. In voller wasser- un ddamit beinahe auch luftdichter Montur und Helm auf dem Kopf die Koffer zu schleppen, aufs Motorrad zu wuchten und jenes herumzurangieren ist überhaupt kein Spaß.

    Die folgenden Stunden zeigten aber, wie wertvoll die Entscheidung für die das himmelfarbene Gummizeug. Irgendwann ist es dann sogar eine interessante Erfahrung, durch den strömenden Regen zu peitschen und bis auf eine feuchte am Hals komplett warm und trocken zu bleiben.
    Als es zum Mittag aufklarte packte ich das Regenzeug ordentlich weg. Als dann gegen Nachmittag und nur 60 Kilometer vor meinem Ziel bedrohliche, dunkelblaue vor mir am Himmel standen, war ich so übereifrig, dass ich auf freier Strecke hielt, um mich erneut in die wasserdichte Kluft zu hüllen. Es regnete dann aber nicht einen Tropfen. Währned ich nun am westlichen Weichselufer sitzend diese Zeilen tippe, gewinnt die Sonne die Überhand und auch der Wetterbericht verheißt zwei, drei sonnige heiße Augusttage, die ich in Pommern mit Streifzügen zur Ostsee und Erkundung der Ordenritterfeste in Marienburg (Malbork) verbringen werde.